Mitsubishi Galant

Hersteller: Mitsubishi Motors
Produktionszeitraum: 1969–heute
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen:
Stufenheck-Limousine viertürig
Schrägheck-Limousine fünftürig
Kombi fünftürig

Geschichte
Der Mitsubishi Galant ist ein seit 1969 gebauter, in der Mittelklasse angesiedelter Personenkraftwagen des japanischen Herstellers Mitsubishi. Der Galant wurde bis zur 8. Entwicklungsgeneration auch in Deutschland angeboten.

Welche Modelle gibt es?

Galant I (A2GS) (Colt Galant)
Produktionszeitraum: 1969–1973
Benzin Motor:
1,3 l 64 kW
1,5 l 70 kW
1,6 l 74 kW
Länge: 4.060 mm
Breite: 1.560 mm
Höhe: 1.385 mm
Leergewicht: 825 kg


Der Mitsubishi Galant der ersten Generation, anfangs unter der Bezeichnung Colt Galant vermarktet, wurde im Dezember 1969 eingeführt. Anfangs stand lediglich eine viertürige Limousine mit 1,3- oder 1,5-Liter-Vierzylinder in drei Ausführungen zur Verfügung; 1970 folgte ein zweitüriges Stufenheck-Coupé, das als erstes japanisches Auto auf B-Säulen verzichtete (sogenanntes Hardtop-Coupé. Der Colt Galant wurde als erstes Mitsubishi-Modell nach Nordamerika exportiert und dort unter dem Namen Dodge Colt verkauft, nachdem der Chrysler-Konzern 1970/71 Anteile von Mitsubishi übernommen hatte. Ebenfalls erhältlich war ein fünftüriger Kombi.

Ebenfalls 1970 ließ Mitsubishi den übrigen Modellen ein Fließheck-Coupé namens Galant GTO folgen, das sich stilistisch an den US-amerikanischen Muscle Cars orientierte, mit drei verschiedenen Motoren lieferbar war und bis 1975 im Angebot blieb. Die Modellbezeichnung GTO wurde von Mitsubishi mit dem Mitsubishi GTO in den 1990er-Jahren wiederbelebt.

1971 kam eine weitere Coupé-Variante namens Galant FTO mit 1,4-Liter-Vierzylinder ins Programm. Auch diese Bezeichnung wurde vom Werk in den 1990er-Jahren mit dem Mitsubishi FTO wieder aufgenommen.

Dieser Typ machte durch Rallye-Erfolge 1972 und 1973 (Southern Cross Rallye) auf sich aufmerksam.

In Deutschland wurde der erste Galant nicht angeboten.


Galant II
Produktionszeitraum: 1973–1976
Benzin Motor:
1,6 l 74 kW
1,8 l 77 kW
2,0 l 92 kW
Länge: 4.200 mm
Breite: 1.600 mm
Höhe: 1.395 mm
Leergewicht: 900–920 kg


Der Galant der zweiten Generation wurde in größerem Umfang exportiert; in Nordamerika wurde er wiederum als Dodge Colt angeboten, in Australien als Chrysler Valiant Galant und in einigen europäischen Märkten (nicht aber in Deutschland) als Colt Galant.

Kennzeichen dieser Baureihe war die rundlichere Karosserieform mit modischem Hüftschwung und der Einsatz einer neuen Motorengeneration der Astron-Familie in Ergänzung der bislang verwendeten Maschinen der Saturn-Reihe. Diese leisteten bis zu 125 PS und warteten in einigen Ausführungen erstmals mit den von Mitsubishi patentierten Silent-Shaft-Ausgleichswellen zur Erhöhung der Motorlaufruhe auf.


Galant III (A120) (Galant Sigma)
Produktionszeitraum: 1976–1980
Benzin Motor:
1,6 l 55 kW
2,0 63 kW und 72 kW
Länge: 4.330 mm
Breite: 1.665 mm
Höhe: 1.360 mm
Leergewicht: 1.070 kg


Der 1976 eingeführte, in Japan Galant S (Sigma) genannte Galant der dritten Generation wurde nach der Etablierung von Mitsubishi Deutschland ab 1977 unter der Bezeichnung Mitsubishi Galant auch in Deutschland angeboten, der Kombi in Nordamerika als Dodge Colt. In Australien, wo das Modell in einem Chrysler-Werk montiert wurde, lief er unter dem Namen Chrysler Sigma.

Diese Generation gab es nur noch als viertürige Limousine und fünftürigen Kombi; als Coupé-Variante diente der etwas später eingeführte Mitsubishi Sapporo, in Japan Galant (Lambda), in Australien Chrysler Scorpion genannt.

Technisches Hauptmerkmal dieser Baureihe waren die MCA-Jet-Motoren mit „Jet Valve“, einem zusätzlichen Einlassventil pro Zylinder, das es ermöglichte, die Abgasemissionen zu senken, ohne dafür den Zylinderkopf tiefgreifend überarbeiten zu müssen, sowie die patentierten Ausgleichswellen zur Erhöhung der Laufruhe.

Im deutschen Programm standen die Limousine als 1600 GL (55 kW/75 PS, DM 11.990) und als 2000 GLX (63 kW/85 PS, DM 13.790) sowie ab 1978 der 1600 GL Kombi (DM 13.990). Anfang 1980 ergänzte ein 2000 GLX Kombi das Angebot.

Galant IV (A160) (Galant '80)
Produktionszeitraum: 1980–1984
Benzin Motor:
2,0 l 75 kw
1,6 l 55 kW
2,3d l 62 kW
2,0 l 125 kW
Länge: 4.470 mm
Breite: 1.680 mm
Höhe: 1.370 mm
Leergewicht: 1.170 kg


1980 kam die deutlich kantigere 4. Generation auf den Markt, die in Deutschland ab September des Jahres zu haben war. Beim Galant A160 handelte es sich um einen gründlich aufgefrischten A120 mit neugestalteter Frontpartie, um 15 mm verlängertem Radstand, vom Lancer übernommener aufwändiger geführter hinterer Starrachse bzw. in einigen Modellen einer neuen Schräglenker-Hinterachse. Auch das Motorenangebot wurde erweitert; erstmals wurden Versionen mit ECI-Einspritzung und Turbolader und ein 2,3-Liter-Turbodiesel angeboten, ein Novum in der japanischen Automobilbranche.

Zu 1600 GL und GLX (unverändert 55 kW/75 PS) und 2000 GLS/GLX (jetzt mit dem neuen „Sirius“-Zweiliter mit 75 kW/102 PS) gesellten sich der Turbodiesel mit 62 kW/84 PS und, ab Mai 1982, der Galant Turbo ECI mit aufgeladenem, 125 kW/170 PS leistendem Zweiliter-Vierzylinder. Den Kombi gab es nur als 1600 GL und 2000 GLX, ab Februar 1983 auch als Turbodiesel. Die Preise bewegten sich zwischen 13.790 DM (1600 GL) und 23.990 DM (Turbo).


Galant V (E10) (Galant '84)
Produktionszeitraum: 1984–1988
Benzin Motor:
2,4-l-Otto 82 kW
2,0-l-Otto 75 kW(Kat:66kw)
1,6-l-Otto 55 kW
2,0-l-Otto-Turbo 110kW
1,8-l-Diesel 60 kW
Länge: 4.560–4.660 mm
Breite: 1.695 mm
Höhe: 1.385–1.400 mm
Leergewicht: 1.005–1.245 kg


Der Galant der Baureihe E10 erschien in Japan im Jahr 1983 und wurde im Juli 1984 in Deutschland eingeführt und im selben Jahr mit dem deutschen Autopreis Das Goldene Lenkrad ausgezeichnet. Mit dem E10 erfolgte die Umstellung auf Frontantrieb und Quermotor, einen Kombi gab es nicht mehr.

Angeboten wurden anfangs der 1600 GLX (wie bisher mit 55 kW/75 PS), 2000 GLS und Royal (unverändert 75 kW/102 PS), ein neues Turbodiesel-Modell mit 1,8 Liter großem Vierzylinder (60 kW/82 PS), der 2400–GLS-Vierzylinder (82 kW/112 PS), ausschließlich mit Automatik, und ein überarbeiteter Turbo ECI mit nur noch 110 kW/150 PS Leistung. Die Preise bei Einführung lagen bei 17.990 DM (1600 GL) bis 30.700 DM (Turbo ECI).

Ab September 1985 entfiel das Turbo-Modell, zugleich erhielt der 2400 einen serienmäßigen geregelten Katalysator, der ab 1986 auch für den Zweiliter-Motor lieferbar wurde.

Galant VI (E30)

Produktionszeitraum: 1988–1993
Benzin Motor:
2,0-l-Otto, 80 kW(GTi: 106kw)
1,8-l-Otto, 63 kW
1,8-l-Diesel, 55 kW
1,6-l-Otto, 66kW
Länge: 4.530–4.560 mm
Breite: 1.695 mm
Höhe: 1.415–1.440 mm
Leergewicht: 1.060–1.370 kg


Die nächste Generation erschien 1987 auf dem Heimatmarkt und wurde in Japan als Modellreihe 1987 und mit dem Allrad-Modell Galant GTi-16V Dynamic 4 1988 Auto des Jahres. In den USA wurde der Typ 1989 Importwagen des Jahres. Auf dieser Generation basierte auch der Mitsubishi Sigma. Der Galant E30 war auf dem deutschen Markt der erfolgreichste: Er verkaufte sich in fünf Jahren fast 80.000 Mal.

Der Galant E30 kam in Deutschland im März 1988 auf den Markt, anfangs nur als viertürige Stufenheck-Limousine, im März 1989 gefolgt vom fünftürigen Schrägheckmodell. Angeboten wurden ein 1,8-Liter-Vierzylinder (63 kW/86 PS, ab 1990 66 kW/90 PS, nur Stufenheck), ein Zweiliter (80 kW/109 PS), ein 1,8-Liter-Turbodiesel (55 kW/75 PS) und, im Spitzenmodell, dem GTi-16V Dynamic 4 mit permanentem Allradantrieb, ein 16V-Zweiliter mit 106 kW/144 PS. Als GTi 16V gab es das Modell auch ohne Allradantrieb.

Eine technische Besonderheit des Dynamic 4 war das aus dem Mitsubishi Sapporo übernommene Elektronik-Fahrwerk (ECS), das das Fahrzeug in allen Fahrsituationen auf gleichen Niveau parallel zur Fahrbahn hielt. Dies erfolgte durch eine Kombination von pneumatischer und aktiver Dämpfungsbeeinflussung. Angetrieben wurde der im September 1988 eingeführte Dynamic 4 von einem eingespritzten 2-l-Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC); er vereinte als erstes Auto überhaupt Allradantrieb (4WD) und Allradlenkung (4WS). Bei der Allradlenkung war das Lenkverhalten der Hinterräder auf das der Vorderräder abgestimmt, wodurch ein verbessertes Lenkverhalten und mehr Fahrstabilität, bei Kurvenfahrt und Fahrspurwechsel gewährleistet wurden. Serienmäßig besaß der Galant aus Umweltschutzgründen ein Aktivkohlesystem sowie einen geregelten Katalysator (G-Kat).

Die Preisspanne reichte bei der Vorstellung von 22.900 DM (1,8 GLS) bis 42.500 DM (Dynamic 4).

Von 1989 an wurde der Galant E30 in Kanada als Dodge 2000 GTX und von 1992 bis 1993 als Eagle 2000 GTX verkauft.

Galant VII (E50)

Produktionszeitraum: 1992–1996
Benzin Motor:
2,5-l-Otto, 125 kW
2,0-l-Otto, 110 kW bzw. 101 kW
1,8-l-Otto, 85 kW
2,0-l-Diesel, 66 kW
Länge: 4.620 mm
Breite: 1.730 mm
Höhe: 1.405 mm
Leergewicht: 1.545 kg


Der Nachfolger erschien 1992. Diese Generation gilt als eine der besten, da sie sehr gut verarbeitet war und äußerst zuverlässige Motoren besaß. Der Galant war mit einem 1,8-Liter-4-Zylinder mit 85 kW (115 PS), einem 2,0-Liter-Vierzylinder mit 100 kW (136 PS) (häufigste Motorisierung), einem 2,0-Liter-V6 mit 150 PS, einem 2,5-Liter-V6 mit 170 PS sowie mit einem 2,0-Liter-Diesel mit 66 kW (90 PS) erhältlich. In den asiatischen Ländern gab es auch einen Mitsubishi Emeraude sowie einen Mitsubishi Eterna, die auf dieser Galant Generation basierten. Der Proton Perdana, der bis 2005 gebaut wurde, ist mit dem Mitsubishi Eterna identisch.

Galant VIII (EA0)

Produktionszeitraum: 1996–2003
Benzin Motor:
2,0-l-Otto 100kW
2,5-l-Otto 120kW
2,4-l-Otto 110kW
2,0-l-Diesel 66kW
Länge: 4.630 mm
Breite: 1.740 mm
Höhe: 1.415 mm
Leergewicht: 1.260–1.465 kg


Die achte Generation (Baureihe EA0) wurde im August 1996 eingeführt und ist nicht mehr im Programm. Im Angebot waren in Deutschland zwei Benzinmotoren, der 2,0-Liter-Vierzylinder und der kultivierte V6 mit 2,5 Litern Hubraum. 1999 wurden die zwei Varianten durch einen 2,4-l-GDI-Benzindirekteinspritzer ergänzt. Daneben gab es auch einen 2,0-l-Dieselmotor mit 66 kW (90 PS). Dieser wurde jedoch in Deutschland nicht angeboten, weil die Vorkammereinspritzung dieses Turbodiesels gegenüber der weit verbreiteten TDI-Technik als chancenlos betrachtet wurde. Angeboten wurde ab 1997 auch eine Sport-Version. Die Preise lagen zwischen 44.990 DM (Limousine mit 2,0) und 50.390 DM (Kombi mit 2,5). Die Avance-Version kam 1999 hinzu. Diese war abgeleitet von der Sportversion, erkennbar an der Frontschürze.

In manchen asiatischen Ländern wurde eine veränderte, luxuriösere Kombiversion unter dem Namen Mitsubishi Legnum verkauft. Deutlich erkennbar unterscheidet sich hier die Heckklappe von denen der europäischen Version. Anders gestaltete Heckleuchten und der Legnum-Schriftzug sind hier auffällig. Ab August 1998 wurde in einigen asiatischen Ländern unter dem Namen Mitsubishi Aspire angeboten. Diese ähneln optisch dem deutschen Avance-Modell. Den Aspire gab es aber nur mit dem 2,0-l-Motor, während der Avance den 2,4-l-GDI oder den 2,5-l-Motor erhielt.

Auf Märkten mit Rechtslenkung wie Japan und Großbritannien war der Galant auch als VR4 erhältlich. Diese sportlichste Version verfügte über einen biturbogeladenen V6 mit 24 Ventilen und kam mit 206 kW (280 PS) auf eine Höchstgeschwindigkeit von über 240 km/h. Bei Mitsubishi hieß der Bi-Turbo offiziell Twin-Turbo.

Für Europa wurden insgesamt 96.724 Fahrzeuge gebaut und ausgeliefert. Davon sind 83.498 Linkslenker und 13.226 Rechtslenker (ausschließlich Baureihen EA2, EA3, EA5 und EA6).

Galant IX (USA)
Produktionszeitraum: 2004–heute
Benzin Motor:
3,8-l-Otto, (172 kW)
2,4-l-Otto, (119 kW)
Länge: 4.836 mm
Breite: 1.839 mm
Höhe: 1.471–1.476 mm
Leergewicht: 1.550–1.615 kg


In den USA und unter anderem in Australien gibt es seit 2004 wieder einen Galant (in Australien: Mitsubishi 380). 2006 wurde eine Ralliart-Version des Galant auf der Chicago Auto Show vorgestellt.

Für Europa und Asien ist noch nicht entschieden, ob es einen Nachfolger geben wird. Wenn, dann wird dieser erst für 2008/2009 erwartet.

Für die VR China wurde ein abgewandelter Galant von Mitsubishi vorgestellt.

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